Grundsätzlich verwende ich in meinen Planungen und Pflanzungen nur Materialien, die ich für ökologisch vertretbar halte, soweit meine Informationen dies erlauben. Bei den Baumaterialien bezieht sich dies auf kurze Transportwege aus dem süddeutschen Raum, womit auch die regionale Wirtschaft gefördert wird. Vereinzelt mag es auch weitere Transportwege geben, aber sicher nicht aus Übersee. Denn zu der nicht ökologischen kommt hier zumindest teilweise die sozial unverträgliche Komponente in Form von Kinderarbeit oder Hungerlöhnen hinzu.
 
Die Verwendung heimischer Pflanzen erübrigt den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, da diese standortgerecht und klimatisch angepasst absolut widerstandsfähig sind. Das soll nicht heißen, dass gleich alle gebietsfremden Pflanzen weichen müssen. Es mag durchaus ökologisch wertvoller sein alteingewachsene “Exoten“ weiter zu tolerieren und zu integrieren statt gleich zu roden. Natürlich lebt ein Naturgarten aber auch vom Gesamteindruck, der mit jeder Ausnahme an Struktur verliert. Alternativ kann man einen Garten auch unterteilen.
 
   kinderarbeit
Copyright “Benjamin Pütter,Misereor”
 

Unterteilter Garten 1
formaler Gartenstil am Hauseingang...

 Unterteilter Garten 2
...hangabwärts Neugestaltung einer Wildsträucher-Hecke
 Aber es geht um noch mehr: den Artenschutz. Und nicht allein bei den Tieren, sondern auch bei unseren heimischen Pflanzen, denn sie sind Grundlage unserer heimischen Tierwelt.Nahezu unbemerkt werden viele heimische Pflanzen durch Zerstörung spezifischer Lebensräume oder Verdrängung durch Neophyten immer seltener.Letzteres bezieht sich nicht nur auf invasives Wachstum, sondern auch deren Mitbringsel wie z.B. Pilzinfektionen (Erlen-/Eichensterben),der asiatische Laubholzbockkäfer in chinesischen Holzverpackungen, die Kiefernholznematode oder wie zuletzt die Raupen des Buchsbaumzünslers.Eine Falterart, die unserer Tierwelt scheinbar nicht schmeckt.Es gibt viele Beispiele, von denen man noch nie etwas gehört hat ( siehe Infoquellen).
 
 Und da können wir einen Beitrag im eigenen Garten leisten, der nebenbei unser Umweltbewusstsein und das unserer Kinder schärft. Unsere Gärten werden durch Pflanzen aus anderen Erdteilen und teilweise “klinisch reinen“ Gartenstilen der Natur immer mehr entfremdet. Da hat kein Igelnest, geschweige denn ein Steinhaufen für Eidechsen Platz und vielen Tieren fehlt die Futterpflanze.
 
Verwenden wir dagegen einheimische Gehölze und Stauden, wählen diese gemäß ihren Wuchsgrößen und Standortansprüchen so aus, dass wir sie gedeihen lassen können, ohne ständig eingreifen zu müssen (siehe auch Thema Pflege), so schaffen wir wieder die Grundvoraussetzung einer Naturharmonie. Erweitern wir unser Angebot noch mit Reisighaufen, Trockenmauern, Blumenwiesen, Nistkästen, Insektenhotels oder sogar einem Teich, kann die Natur wieder wachsen. Je nach Pflanzenwahl kann unser Garten sogar Teil einer Arche werden, wenn wir vom Aussterben bedrohte Pflanzen wie z.B. die Tannenrose oder die wilde Rebe setzen können.
Auch das “Verkreuzen” mit gebietsfremden Pflanzen kann zum Verschwinden einer Art führen,so z.B. bei der wilden (Wein-) Rebe, die durch die Kultursorten nur noch selten “echt” ist.
  Wilde Rebe
      
 Wald-Durchforstung  

Der Naturgarten bietet die Möglichkeit ein Stück Natur in unmittelbarer Nähe zu erleben und zu beobachten, ohne Energieaufwand und Zeitverlust durch Anfahrtswege,
sondern direkter Erholung vom Alltagsstress. Selbstverständlich sollte die Nutzbarkeit des Gartens voll erhalten bleiben.

Wenn ich meine recht seltenen Spaziergänge in die Natur unternehme, erlebe ich das wunderbare Gefühl von Zufriedenheit. Ich freue mich einfach an Naturbeobachtungen.Kopf und Seele werden leichter. Natur befreit. Ein paar Stunden des Vergessens und manchmal sehe ich Probleme danach aus einem anderen Blickwinkel.
Diese Zufriedenheit stellt sich allerdings nicht ein, wenn ich in einem Waldstück gehe, das zuvor von Maschinen durchforstet wurde und dementsprechend verwundet aussieht.
Ich denke, dies empfinden andere ebenso.
 

 Wenn ich diesen Vergleich auf unsere Hausgärten, Firmengelände oder öffentlichen Plätze beziehe, wird klar, worum es geht: Wenn ständig die Natur verwundet wird, empfinden wir keine heilsame, erleichternde Wirkung.
Oder mit anderen Worten:
Geschnittene Hecken und Sträucher, offen gehaltene oder versiegelte Böden, entfernen natürlicher Humusbildung und andere naturentfremdende Maßnahmen tragen dazu bei, dass wir uns nicht entspannen, da wir überall Wunden sehen und den Bedarf, das darin erneut wuchernde „Geschwür“ gleich wieder zu entfernen. Für einen Naturgarten bedarf es einer anderen Sichtweise.

 
 Naturimpression
      
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